Lions Benefiz-Konzert am Freitag, dem 28. August 2026
Der Lionsclub Oschatz lädt ein.
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Für den 28. August lädt der Lions-Club Oschatz zu seinem 29. Benefizkonzert in die St.-Aegi-dien-Kirche ein. Die Sächsische Bläserphilharmonie nimmt die Besucher mit auf eine Reise von der Renaissance bis zur Filmmusik. Was das genau bedeutet, erklärt Peter Sommerer im Interview. Der 50-jäh-rige Österreicher ist seit 2021 Chef-dirigent und künstlerischer Leiter des Orchesters. Er leitet auch den Konzertabend in Oschatz.
Herr Sommerer, der Titel lautet „Löwenherzen am Musikhimmel“. Was steckt dahinter? Gibt es einen roten Faden, der die sehr unterschiedlichen Werke verbindet?
Das bezieht sich natürlich auch auf den Lions-Gedanken, anderen zu dienen und anderen zu ermögli-chen, ein bisschen weiter in den Himmel zu wachsen. Der Titel verbindet also das Konzert mit der Idee unserer Organisation, zu der ich ebenfalls gehöre. Alle Titel verbindet zudem eine Gleichzeitigkeit. Es ist lustig und traurig, unterhaltsam und anspruchsvoll zugleich. Das Programm verbindet alle Sinne und nimmt alle Geschmäcker mit.
Der Abend spannt einen Bogen von der Renaissance bis zur Filmmusik. Wie gelingt dieser musikalische Zeit-sprung? Was haben Stücke aus dem 16. Jahrhundert und Musik aus „Herr der Ringe“ gemeinsam?
Die Musikgeschichte vergisst nicht: Wir haben zum Beispiel im ersten Stück aus der Renaissance eine Art von Feierlichkeit, die sich dann beim Herrn der Ringe wiederfindet. Filmmusik weiß, wo sie herkommt und wie sie gewisse Effekte nutzt. Deshalb kommt klanglich alles sehr gut nebeneinander aus.
Warum eignet sich gerade die Sächsische Bläserphilharmonie für exakt dieses Programm?
Es ist ein extrem vielseitiges Orchester, manchmal noch mehr als ein normales Sinfonieorchester. Das schafft eine besondere Atmosphäre. Wir sind auch Meisterinnen und Meister der leisen Töne, entsprechen nicht der klassischen Erwartungshaltung an ein bläsersinfonisches Orchester und überraschen damit immer wieder. Die Standard-Phrase von Leuten, die uns zum ersten Mal gehört haben, lautet: Das hätte ich nicht gedacht.
Wir haben gerade das Abschluss-konzert beim Mozartfest in Würzburg gegeben. Es hat keine Rolle gespielt, dass wir ein reines Bläser-orchester sind. Es ging nur um die Musik, die Opulenz des Klangs und die stilistische Vielfalt. Wir spielen gern verschiedenste Stile, um zu zeigen, was wir alles können.
Sie spielen bekannte Werke wie Mozarts „Figaro“-Ouvertüre oder „Bohemian Rhapsody“. Erklingen diese Stücke anders, als man sie kennt?
Ja, aber ich würde behaupten, dass das keine Rolle spielt. Gerade die „Figaro“-Ouvertüre, die eigentlich ein Stück für Streicher ist, wird mittlerweile so virtuos gespielt, dass die Besetzung nicht die Frage ist. Es geht eher darum, was die Musik mit dem Publikum macht und ob sie die Besucher mitnimmt.
Gibt es im Programm ein Werk, das Sie selbst besonders bewegt oder begeistert?
Die Wagner-Stücke sind klanggewaltig, aber am „Figaro“ habe ich ebenfalls eine große Freude, weil da eine große Beweglichkeit ist, mit der das Orchester spielt. Das ist mein persönliches Vergnügen.
Welches Stück stellt die größte musikalische Herausforderung für das Orchester dar?
Die große Herausforderung ist eher das Umschalten zwischen den Stücken: Man spielt Renaissance, dann wieder Filmmusik. Da geht es dann im wahrsten Sinne des Wortes da-rum, den richtigen Ton zu treffen.
Sie moderieren das Konzert selbst. Was erwartet das Publikum zwischen den Musikstücken? Werden Sie Ge-schichten erzählen oder Hintergründe erklären?
Natürlich geht es darum, eine Ver-bindung zwischen den Stücken her-zustellen. Ich mache keine Klassik-Radio-Moderation, halte aber auch keine Volkshochschul-Vorlesung. Es darf Information dabei sein, geht aber vor allem darum, beim Publikum eine Bereitschaft herzustellen, sich einzulassen auf das, was kommt. Wenn das Ganze dann auch noch unterhaltsam ist, macht das nichts.
Wie sollen die Besucher nach Hause gehen?
Sie sollen positiv gestimmt sein und sagen: Das war ein tolles Erlebnis.
Der Abend ist ein Benefizkonzert des Lions-Clubs. Hat das für die Musiker eine besondere Bedeutung?
Ja, es schärft den Blick für die eigene Demut und Dankbarkeit. Es ist gut und richtig, Menschen eine Freude zu bereiten – am Abend selbst den Konzertbesuchern und nachhaltig darüber hinaus. Wir wollen Menschen helfen, die es nicht so gut haben wie wir selbst.
Info „Löwenherzen am Musikhimmel. Eine musikalische Reise von der Renaissance zur Filmmusik“: Lions-Benefizkonzert mit der Sächsischen Bläserphilharmonie
am 28. August, 20 Uhr, in der St.-Aegidien-Kirche (Einlass ab 19 Uhr). Karten (je 20 Euro plus Vorverkaufsgebühr) ab sofort bei Eventim,
ab 1. August in der Oschatz-Information sowie an der Abendkasse.
