Lionsclub feiert runden Geburtstag

Gut gebrüllt, Löwen: Seit zwei Jahrzehnten bereichern die Mitglieder des Lions-Clubs mit ihrem Engagement die Region und helfen auch international jenen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – so wie es das Motto von Lions International, „We serve“ („Wir dienen“) fordert. Über eine Viertelmillion Euro wurden für diverse gemeinnützige Zwecke seitdem gesammelt. Der amtierende Präsident Holger Schmidt betonte zur Festveranstaltung, dass es vor allem das sei, was das Clubleben ausmache – gemeinsam etwas für die gute Sache zu tun. Wie breit gefächert die Aktionen der zurückliegenden zwei Jahrzehnte waren, davon zeugt auch die Präsenz  in den regionalen Medien – knapp 80 Zeitungsartikel wurden seit 1996 über das Wirken der uneigennützigen Herren verfasst.
Kleidung für in Not geratene Familien, Hilfe für Flut- Erdbeben- und Tsunamiopfer, Weihnachtsfeiern für sozial schwache Familien, Förderung von Kinderheimen in Kenia ebenso wie in der Region, die Mithilfe bei der Sanierung der St. Aegidienkirche oder aber Unterstützung krebskranker Kinder oder ganz aktuell lokaler Flüchtlingsprojekte – die Liste der Aktivitäten ließe sich fortsetzen.
Dass das Engagement auch nach zwanzig Jahren keine Pause macht, davon zeugen die Einsätze rund um dieses Jubiläum. So pflanzten die Mitglieder eine Winterlinde an der Brüderstraße unweit der Postmeilensäule und stellen als Höhepunkt ihres Festempfangs im Gasthaus Zum Schwan eine Versteigerung auf die Beine. Dort kamen vom ledernen Europameisterschafts-Fußball bis zu einer von Joachim Zehme geschaffenen Skulptur zwei Dutzend Preise unter den sprichwörtlichen Hammer – der Erlös in Höhe von 2620 Euro kommt dem Spielplatz im Kinderheim Borna zugute. Dort hatten sie zuletzt einen neuen Sandkasten für die Bewohner ermöglicht.


Traten zur Gründung 19 Männer für die gute Sache ein, zählt derOschatzer Club jetzt 26 Mitglieder. Einige von ihnen wurden vom Lions-Distrikt-Governor Sachsen, Rolf Werner für ihre Tätigkeit seit der Gründung oder seit 15 Jahren ausgezeichnet. Robert Stadler, erster Lions-Präsident in Oschatz erinnerte an die Anfangsjahre der löwenstarken Männerrunde, die sich noch nicht im heutigen Domizil traf, sondern im Gasthof Zschöllau. Pate gestanden hatte damals der Club von Bottwartal bei Stuttgart.
Mitglieder befreundeter Clubs, unter anderem aus Hamburg, Döbeln und Leisnig konnten am Sonnabend die neue Vereinsfahne bestaunen und stimmten in eine von Berthold Zehme komponierte und getexte Oschatzer Lions-Hymne ein.
Die  Oschatzer Lions sind übrigens kein Altherrenclub? Zwar sind vier der Herren, die bei den „Löwen“ mitwirken, 70 Jahre oder älter.

Aber das Durchschnittsalter aller 26 Mitglieder liegt bei 56 Jahren und damit immer noch ein ganzes Stück unter dem manch andere Clubs der Bundesrepublik, die im Schnitt 72 Jahre oder noch älter sind – so berichtete Distrikt-Governor Werner. Er sprach auch über Bestrebungen der vor 100 Jahren erstmals in Erscheinung getretenen Organisation Lions International, Frauen aufzunehmen. Auch wenn die weiblichen Ehepartner, auch „Lionessen“ genannt, noch außen vor sind, so sind sie doch eine wichtige Stütze an der Seite ihrer Männer – auch und vor allem bei Aktivitäten. Zwar gibt es inzwischen auch gemischte Clubs und reine Frauen-Organisationen – bis das global etabliert ist, wird jedoch noch eine gewisse Zeit vergehen. Von den 250 000 Euro, die in 20 Jahren für verschiedene Projekte gesammelt wurden, kam ein Zehntel der Jehmlich-Orgel in der Stadtkirche St. Aegidien zugute. Knapp das doppelte (47 000 Euro) erhielten Flutopfer.